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Sonntag, 22 April 2012 17:48

(K)ein Einzelfall

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Kommentar zum Kitaplatzmangel in der Neustadt  

 

von Olly Mehl

Umzugshilfe am Sonntag bei Freunden in der Dresdner Neustadt. 5 Väter im Kaffeepausen-Small-Talk. Thema: Der Kitaplatz in Prohlis. Ist ja logisch! Nicht Fußball, nicht Formel 1, nicht Karriere.

 

Der Kitaplatz in Prohlis für den Neustädter Sprössling, ist offensichtlich kein Einzelfall. Was mir vor fünf Jahren noch per Leserbrief und mehrfacher Vorstelligkeit beim Kitaeigenbetrieb verbunden mit ausgedrückter Unzufriedenheit abzuwenden gelang, ist mittlerweile offensichtlich gängige Praxis.  Die Geschichte mit der Prohliser Kita habe ich nun schon in mehreren Varianten gehört.

 

 

Nein es geht hier nicht um Neustädter Befindlichkeiten. Aber aus Neustädter Sicht ist Dresden - Prohlis auf der anderen Seite der Erdhalbkugel.  2 Stunden täglicher Weg sind das äußerste Minimum, um dort hinzukommen.  Elternunfreundlich, kinderunfreundlich. umweltunfreundlich, arbeitszeitenunfreundlich, geldbörsenunfreundlich. Nicht machbar.

 

Wer als verantwortungsbewusster Vater sofort nach Zeugung des Kindes im vorgeburtlichen familiären  Eifer beim Kitaamt Bedarf anmeldet, darf mehrere Wunschkitas angegeben.  Logisch, dass der Neustädter Bewohner hier in der Regel  nicht die Kitas am anderen Ende der Stadt wählt.  Bei den betroffenen Vätern, mir eingeschlossen, waren alle Einrichtungen im Ortsamtsbereich, angemeldet jeweils mehr als 2 Jahre vorher. Umso erstaunlicher, dass alle Wunschkitas ohne Berücksichtigung geblieben sind. Nach fast zwei Jahren  Anmeldezeit.  Dass dies mehr als 30% aller Eltern so geht, erfahren die Väter beim Amt. Aus Neustädter Sicht sei die Frage erlaubt: Wozu braucht es die Angabe der Wunschkita, wozu braucht es verschieden Konzeptionen, die sinnreich in einer Broschüre verglichen werden, wozu braucht es eine langwierige Auseinandersetzung mit der Frage nach der richtigen Kita?  In der richtigen Kita ist für viele Neustädter Sprösslinge kein Platz. Die richtige Kita läge in der überwiegenden Anzahl der Fälle wohnortnah, heisst irgendwo im unserem Ortsamtsbereich. Ausnahmen bestätigen die Regel.  Die Begründung mit dem Geburtenboom kann ich nicht mehr hören.  Die Probleme zu lösen, dies ist Stadtverwaltung und Kitaeigenbetrieb´s Aufgabe.  

 

 

 

Aber hier in der Neustadt  werden Kitas aus begründeten aber nicht mehr nachvollziehbaren Gründen geschlossen, wie z.B. die Kita Dreikönigskinder in nicht allzuferner Zukunft.

 

Als Vater frage ich den Kitaeigenbetrieb, wann solcher „Schwachsinn“ aufhört?

 

Als stellvertretender Ortsbeirat frage ich: Wie richtig ist die Bedarfsprognose im Kitafachplan, wenn solche Umlenkungen kein Einzelfall sind. Hier wird offensichtlich der Bedarf  durch gezielte Umlenkungsversuche klein gehalten, hier werden Eltern in ihrer Lebensplanung verunsichert, und das Vertrauen in den Rechtsanspruch auf einen geeigneten (!) Kitaplatz mit Füßen getreten. Wie das alles 2013 noch funktionieren soll, wenn auch der Krippenplatz einklagbare Rechtslage ist, bleibt mir schleierhaft.

 

Als interessierter Neustädter frage ich meine Mitbewohner des Stadtteils, wer hat ebensolche Geschichten zu erzählen, von der Suche nach dem Kitaplatz.  Die Geschichten sendet bitte per Email an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! . wir veröffentlichen diese gern.

 

Gelesen 1727 mal Letzte Änderung am Dienstag, 01 Mai 2012 19:11
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1 Kommentar

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unsere Meinung

  • Sonntags in der Neustadt...
    Geschrieben von
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